Schüleraustausch mit Rafaela, Argentinien

Landkarte


Seit 2011 findet in jedem Jahr der interkulturelle Austausch zwischen argentinischen und deutschen Schülerinnen und Schülern statt.

Im Juli/August sind die deutschen Schüler/-innen jeweils vier Wochen in Rafaela, Argentinien und im Winter erfolgt der Gegenbesuch der Argentinier/-innen.

Das Konzept
Schulwappen

Ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schule Elmshorn, Europaschule und der Technischen Schule Nr. 460 “Guillermo Lehmann” in Rafaela, Argentinien nehmen für vier Wochen in den Monaten Januar – Februar bzw. Juli –August (Ferienzeit der jeweiligen Schulen) an einem Schüleraustauschprogramm teil.

Der erste Schüleraustausch hat im Juli-August 2011 stattgefunden. Zu dieser Zeit waren die Elmshorner Schülerinnen Vivien Balzat und Sandra Gertsch in Rafaela. Im Januar – Februar 2012 kamen vier Schüler, Jonatan Heit, Emanuel Piovano y Juan Ignacio Russo aus Rafaela nach Elmshorn.

Im Juni-Juli 2012 erfolgte der zweite Besuch mit drei Schülerinnen unseres Beruflichen Gymnasiums, Nicole Schweder, Sarah Strenge und Kim Grube, in Rafaela.

Im Sommer 2013 waren die Schüler Can Barrak, Maximilian Hartlieb und Alena Willhöft zu Gast in Argentinien. Im Januar-Februar 2014 besuchten drei Schüler und eine Schülerin aus Rafaela uns in Deutschland.

Auch in diesem Jahr -im Juli- sind vier Schüler aus Elmshorn nach Rafaela geflogen und im Dezember erwarten wir dann den Gegenbesuch der Argentinier.

Wir hoffen, dass sich dieser Rhythmus weiterhin bewähren wird.

Die Ziele

Mit Unterstützung der Schulleitung, der Abteilungsleitung und der Kollegen des Faches Spanisch sind im Jahr 2009 die Kontakte mit der argentinischen Schule aufgebaut worden. Sehr wichtig war für uns, dass in der dortigen Schule Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird. So ist gesichert, dass sowohl unsere Schüler als auch die aus Argentinien in der Muttersprache des Landes kommunizieren können, ihre vorhandenen Sprachkenntnisse erweitern, sich integriert fühlen … kurz: dass die Austauchschüler interkulturell lernen!

Der stetige Wandel unserer heutigen Gesellschaft fordert von den Schulsystemen Ausbildungsformen, in denen die Schülerinnen und Schüler grundlegende Kompetenzen in der Aneignung neuen Wissens und interkultureller Erfahrungen innerhalb sich wandelnder Bezugssysteme erwerben können. Diese sollen die Schüler befähigen, ihren Lernhorizont zu erweitern und unbekannte Situationen zu bewältigen.

Die fortlaufenden Änderungen in der Technik und die neue Tendenzen in Industrie und Produktion kennzeichnen die Wichtigkeit einer Schulbildung, die permanente Lernfähigkeit gewährleistet.

Dieses Schüleraustauschprogramm soll den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, am Unterricht in der Zielsprache (Spanisch bzw. Deutsch) aktiv teilzunehmen und in einer gastgebenden Familie zu leben. Er bietet somit auch eine bereichernde persönliche Erfahrung und erweitert die interkulturelle und fremdsprachliche Kompetenz.

Erfahrungsberichte unserer Schülerinnen und Schüler zu den bisher durchgeführten Schüleraustauschen mit Rafaela können Sie hier einsehen:

Austausch 2014 (4. Jahr)

Auch im vierten Jahr in Folge fand der Schüleraustausch mit unserer argentinischen Partnerschule statt.

  • Eine Schülerin und drei Schüler reisten im Juli 2014 nach Rafaela.
  • Und vom 28. Dezember 2014 bis zum 31. Januar 2015 waren die Argentinier in Elmshorn.
Erfahrungsberichte

Juni - Juli 2013:

 

Nun im drittem Jahr sind drei Schüler gerade aus Argentinien zurückgekommen und haben ihre Eindrücke spontan in Rafaela am letzten Tag ihres Aufenthaltes mit folgenden Impressionen ausgedrückt…

 

Alena Willhöft (Abi 14) berichtet über ihre Erfahrung in Rafaela:

Vier Wochen waren definitiv zu kurz! Ich hätte noch viel länger hierbleiben können.

Das Land, die Leute, das Essen - alles ist anders als in Deutschland, aber das finde ich toll.

Ich wurde von beiden Familien gut aufgenommen und werde sie ganz schön vermissen! Ich freue mich schon darauf, wenn die drei nach Deutschland kommen.

Rafaella ist eine tolle Stadt. Viel größer als meine Stadt. Ich werde ganz bestimmt wiederkommen.

Mit der Familie Heit hatte ich tolle Tage im Norden Argentiniens. Am besten finde ich die Leute. Sie sind sehr offen und wollen alles von mir wissen, z.B. in der Schule. Auch von der Stadt habe ich Geschenke bekommen

Ich werde Argentinien vermissen.

Can Berrak (Abi 14) berichtet über seine Erfahrung in Rafaela:

Mir hat Rafaela sehr gefallen. Die Stadt ist wirklich schön, vor allem die Innenstadt.

Die Menschen sind sehr herzlich und unglaublich hilfsbereit. Diese Tatsache hat mir am meisten gefallen. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Gastfamilie gehabt und heute, am letzten Tag, bin ich sehr traurig, mich von meiner Familie zu trennen. Ich finde, dass das Leben in Argentinien lebenswerter ist, sodass ich sehr am Überlegen bin, hierher für ein Jahr nach dem Abitur zu kommen, um zu arbeiten.


Ich bin sehr glücklich, die Entscheidung getroffen zu haben herzukommen und würde es immer wieder machen.

Für alles Danke!

Maximilian Otto Hartlieb (Abi 14) berichtet über seine Erfahrung in Rafaela:

Für mich war die Zeit in Rafaela und in Tucuman eine wunderschöne Zeit.

Ich habe besondere Eindrücke gesammelt, eine differenzierte Form von Leben kennengelernt, eine Art und Weise, die mir persönlich sehr liegt. Ich habe mich die ganze Zeit über wohlgefühlt.

Besonders die Menschen haben mich beeindruckt und ich habe viele in mein Herz geschlossen.

Zusammengefasst war die Zeit eine tolle Erfahrung und im Endeffekt viel zu kurz, ich habe keine Sekunde diese Reise bereut. Und hoffe, dass es die Möglichkeit gibt, ein weiteres Mal nach Argentinien zu kommen.

Vielen Dank für vier unvergesslich schöne Wochen.

Januar 2014: Besuch der argentinischen Schüler in unserer Schule

Fazit der argentinischen Austauschschüler nach ihrem Aufenthalt in Deutschland

Bericht von Germán Roldán

Diese Reise nach Deutschland war für mich äußerst interessant und gab mir die Möglichkeit ein Land und seine Bräuche und Menschen kennenzulernen, sowie mein Deutsch zu verbessern und neue Freundschaften zu knüpfen. Die Menschen waren immer nett zu mir und hilfsbereit, sie waren stets darum bemüht, sich verständlich zu machen, obwohl das oft frustrierend sein konnte.

Ich hatte die Gelegenheit Städte wie Berlin, Hamburg, Tornesch (wo ich gelebt habe), Elmshorn, Uetersen, Pinneberg oder Glückstadt kennenzulernen, zusammen mit ihrer Geschichte und wichtigen Bauwerken, wie z.B. die Sankt Michaelis Kirche in Hamburg, das Rathaus, die Elbphilharmonie, der Hafen, die Seehundstation Friedrichskoog, die Nordsee, das Brandenburger Tor und das russische U-Boot U-434.

Ich habe eigentlich nicht viel beizutragen nur, dass der Zeitraum von vier Wochen mir zu kurz erscheint und etwas länger sein sollte. Vielleicht wären sechs Wochen angebracht, da man nach vier Wochen erst beginnt sich auf Deutsch zu verständigen und man schon nach Hause muss. Viel länger dürfte der Austausch auch nicht sein, weil es dann zu teuer wird und problematisch mit der Schule, den Festtagen und den Flugkosten sein könnte. Außerdem, glaube ich, dass es vorteilhaft wäre, wenn man mit den Austauschschülern am ersten Tag eine kleine Führung durch die Schule unternehmen könnte, bei der erklärt wird wie die Schule aufgebaut ist, wie sie funktioniert und sonstige Informationen mitgeteilt werden, die dem Schüler behilflich sein könnte, damit er/sie problemlos im Schulgebäude zurechtkommt.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass sich alle bei der Zusammenarbeit bemühten und sehr geduldig mit uns umgingen, ebenso möchte ich die Gestaltung, Pünktlichkeit und Planung der Aktivitäten hervorheben.

Diese Erfahrung war höchst erfreulich und ich bin allen mitwirkenden Helfern sehr dankbar, die diesen Austausch ermöglicht haben, insbesondere: Der Familie Willhöf, die mich in ihrem Zuhause wie ein weiteres Familienmitglied aufgenommen und mir vieles über das Land beigebracht hat; der Familie Heit, die an Stelle meiner Familie Alena bei sich zu Hause in Argentinien aufgenommen hat, da dies in meiner Familie nicht möglich war, den Lehrerinnen Frau García und Frau Zbrun, die diesen Austausch organisiert haben zusammen mit der Technischen Schule N° 460 "Guillermo Lehmann" in Rafaela und ebenso der Beruflichen Schule Elmshorn in Deutschland, sowie der dortigen Schulleitung, die uns in ihrer Einrichtung empfangen hat.

Zu guter Letzt, möchte ich sagen, dass ich diese Erfahrung und die Zeit in Deutschland sehr genossen habe und hoffe, wenn sich die Gelegenheit bietet, noch einmal reisen zu dürfen, um alle Menschen, die ich in Deutschland getroffen habe und von denen ich mich schließlich verabschieden musste, um zurück in mein Land zu fliegen, wiedersehen zu können.

 

 

Bericht von Gabriel Bircher

Austausch Rafaela-Elmshorn 2013/2014

Was für eine tolle Erfahrung! Die Wahrheit ist, ich habe den Austausch genossen, nicht nur als Gastgeber, sondern auch als Gast. Alles lief wunderbar: der Flug, der Empfang der Gastfamilien, das Wohlbefinden, das nur eine Familien bieten kann, alles was wir in der Zeit lernen konnten, die Unterhaltungen in der Sprache, die wir erlenen, einfach ALLES.

Zweifellos sind wir alle sehr zufrieden und wenn wir noch einmal die Möglichkeit hätten, bei solch einem Austausch mitzumachen, dann würden wir es tun. Wir hatten einige schöne Momente: an der Schule, mit der Familie, auf den Partys, bei den Spaziergängen und Ausflügen....Die Zeit reichte nicht aus, um alles das zu unternehmen was wir vorhatten (die Sprache besser zu lernen oder mehrere Orte/Städte kennenlernen), aber dafür reichte sie, um uns auf Trab zu halten.

Sich in eine Kultur (Kleidung, Musik, Speisen, Sprache, Klima, etc.) auf der anderen Seite der Welt, mit sehr vielen Unterschieden zu unserer, zu integrieren war anfangs nicht einfach. Zum Glück waren wir alle sehr neugierig und bereit uns anzupassen. So konnten wir viele neue Menschen kennenlernen und unvergessliche Momente erleben.

Ich bin unendlich dankbar dafür, an diesem Austausch teilgenommen zu haben, deshalb ist es mein Wunsch, dass in den kommenden Jahren mehr Schüler an diesem teilnehmen können. Ich bin an erster Stelle den Lehrerinnen Frau Zbrun und Frau García dankbar, die diesen Austausch organisieren und die immer in Kontakt mit uns standen. Ebenso möchte ich der Schulleitung und den Lehrern der Schulen E.E.T.P. N° 460 “Guillermo Lehmann” (Rafaela, Argentinien) und der Beruflichen Schule Elmshorn Europaschule (Elmshorn, Deutschland) für ihre Aufmerksamkeiten und Dienste danken.

Bericht von Evaristo Acosta

Als ich begann im meinen zweiten Schuljahr an der Deutsch-AG teilzunehmen, kam mir diese Sprache sehr entfernt und ungewöhnlich vor und als später bekannt gegeben wurde, dass die Möglichkeit bestand an einem Austausch mit Deutschland teilzuhaben, nahm ich dies weder ernst, noch konnte ich mir damals vorstellen, dass ich tatsächlich reisen würde.

Die Jahre vergingen und ich nahm weiterhin am Deutschunterricht teil. Aber erst als die deutschen Schüler bei uns ankamen wurde mir bewusst, dass ich wirklich reisen würde. Ab diesem Moment wurde mir klar, dass es tatsächlich geschehen wird.

Eine Sprache zu erlernen und eine Sprache richtig zu sprechen sind zwei sehr unterschiedliche Sachen. Erst als ich mich mit den Austauschschülern verständigen wollte, wurde ich mir dessen bewusst. Anfangs waren wir voller Zweifel und zögerten viel, doch im Laufe der Zeit lernten wir uns besser kennen. An dieser Stelle sollte hinzugefügt werden, dass sie überhaupt nicht so sind wie in den Filmen, oder wie von vielen behauptet wird (d.h. sehr kühle Personen, groß gewachsen, blond und dass sie nicht sprechen sondern eher brüllen, so wie in den Filmen über den Zweiten Weltkrieg), ganz im Gegenteil, ihr Deutsch klingt viel weicher, ähnelt dem Französischem und ist weit entfernt davon so zu klingen wie das kehlige Murren, das im Kino zu hören ist. Außerdem sind sie sehr sympathisch und korrekt. Sie kamen mit gutem Willen nach Argentinien und wollten alles kennenlernen. Während ihres Aufenthalts hatten wir viel Spaß: Wir waren zusammen im Urlaub an verschiedenen Orten in Argentinien. Dabei lernten sie die lokalen Spezialitäten kennen, wie Asado (gegrilltes Fleisch), Dulce de Leche (karamelartiger Aufstrich) und Empanadas (Teigtaschen) u.a., sowie auch unsere Kultur, unsere Sympathie und Charisma. Auch lernten sie die Varietät unseres Spanischen besser kennen, die sehr verschieden ist vom Spanischen aus Spanien, das an ihrer Schule unterrichtet wird.

Zu früh kam der Tag an dem sie zurückkehren mussten, mit langen Gesichtern, aber froh uns getroffen zu haben. Wir verabschiedeten uns mit dem Gedanken, uns bald wieder zu sehen.

Ab diesem Moment waren auch wir aufgeregt und bereiteten uns auf unsere Reise vor. Als sich unser Abreisedatum näherte, wurden unsere Erwartungen größer, gleichzeitig zweifelten wir über das, was uns erwartete (Sind wohl alle Deutschen so freundlich wie die Austauschschüler? Wie sind die Familien? Wie ist Deutschland wirklich?). Da wir mitten im Winter reisen würden, wenn es dort schneit und alles schneebedeckt ist, packten wir dementsprechend Wintersachen ein. Und dann kam der Tag an dem wir reisten. Wir verabschiedeten uns von unseren Familien und sehnten uns danach, ein weit entferntes Land kennenzulernen.

Nichtsdestotrotz, Deutschland war nicht ganz so wie wir es uns vorgestellt hatten. Voller Leben, selbst im tiefsten Winter, zeigte das Land eine vollkommen andere Gesellschaft, mit einem großen Verantwortungsgefühl und Bürgersinn, sehr multikulturell, ein Ort eben an dem Deutsche, Türken, Polen, zusammenleben.

Ich lebte nun in einem Land mit Bauwerken, die ich nur aus Büchern oder überhaupt nicht kannte, das selbst durch Kälte nichts von seiner Attraktivität verlor.

Die Menschen waren äußerst freundlich und sowohl Jugendliche als auch Erwachsene wollten mehr über Argentinien wissen, ein Land von dem sie sehr wenig wussten (außer Messi, Maradona und andere berühmte Fußballer). Und obwohl sie etwas distanzierter als wir sind, waren sie sehr zuvorkommend und wir lernten viel über ihre Kultur und Sprache.

Zum Glück hatten wir nur wenige Tage Schnee und konnten somit viele Orte besichtigen, Spaß haben und eine gute Zeit verbringen. Doch alles hat sein Ende und wir mussten zurückreisen und nach Umarmungen und dem Versprechen uns bald wieder zu sehen, reisten wir nach Argentinien zurück. Wir waren sehr traurig, uns verabschieden zu müssen, aber glücklich Wertvolles erlebt zu haben und tolle Menschen getroffen zu haben.

Deshalb empfehle ich jedem an diesem Austausch teilzunehmen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Austausch 2012 (2. Jahr)

Drei Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums sind den langen Weg über den Atlantik geflogen und voller Eindrücke nach Hause gekommen.

Dann haben uns im Januar vier Schüler aus Rafaela besucht …

Hier einige Berichte

Juni - Juli 2012:

Kim-Lisa Grube (Abi 13) berichtet über ihre Erfahrung in Rafaela und Zuhause als Gastgeberin:

Argentinien – die Herzlichkeit in Person: Die Koffer waren gepackt, die letzten Vorbereitungen wurden getroffen & die Vorfreude stieg ins Unermessliche. Es waren nur noch Stunden bis es endlich losging. Es gingen einem tausende Fragen durch den Kopf: Wie ist sie bloß, die Familie mit der man einen ganzen Monat verbringen wird? Ist sie nett? Verstehen sie mich? Werde ich mich wohl fühlen? Dann war plötzlich keine Zeit mehr darüber nachzudenken, denn es ging los. Wir verabschiedeten uns von unseren Familien & begaben uns zum Flugzeug.

Wir hatten eine lange Reise vor uns, einmal über den großen Teich. Das war ein unbeschreibliches Gefühl, wer kann schon von sich behaupten, dass er in Argentinien war? Also ich kannte bis dato niemanden. Es war wirklich anstrengend, wir flogen über Frankfurt nach Buenos Aires. Insgesamt waren das etwa 17 Stunden, die wir im Flugzeug verbracht haben. Die Zeit konnten wir uns aber gut vertreiben, denn es gab viele Filme, die wir uns angucken konnten, wenn wir gerade nicht geschlafen haben.

Dann war es endlich so weit, wie stiegen aus dem Flugzeug aus & betraten zum ersten Mal in unserem Leben Argentinien (zu diesem Zeitpunkt wussten ich noch nicht, dass es nicht das letzte Mal sein wird). Wir wurden gleich herzlich von unserem Taxifahrer empfangen, der uns nach Rafaela bringen sollte. Er hatte ein relativ kleines Auto, es war eine Meisterleistung unsere riesigen Koffer darin zu verstauen, aber irgendwie hat es geklappt. Nun trennten uns nur noch 6 Stunden Fahrt von unserem heiß ersehnten Ziel. Wir waren alle todmüde, aber unendlich glücklich endlich das Ortsschild von Rafaela zu sehen.

Endlich angekommen empfing uns Hilda Zhrun gleich mit offenen Armen, sie ist die Deutschlehrerin der Escuela de Educación Técnica N° 460. So kann es weiter gehen, dachten wir uns. Wir warteten gemeinsam auf unsere Gastfamilien… Und da war er endlich, der Moment, auf den wir so lange gewartet hatten – die erste Begegnung. Von Anfang an stimmte die Chemie, wir wurden sofort in die Arme geschlossen, alle Ängste verflogen innerhalb von Sekunden. So herzliche Menschen, hatte ich vorher noch nicht gekannt. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, es kann nur eine unvergesslich schöne Zeit werden!! Dieser erste Eindruck bestätigte sich auch.

Meine Gastfamilie, die Perinos, gaben sich größte Mühe. Sie hatten ein wirklich schönes Haus mit einem Pool & einem Hund. Jeden Tag gab es etwas Leckeres zu essen. Auch die Kommunikation war kein Problem, es wurde sich halt mit Händen & Füßen verständigt. Tomi, mein Gastbruder & ich verstanden uns auch auf Anhieb. Ich lernte all seine Freunde gleich am ersten Abend kennen & wurde wieder sehr herzlich aufgenommen – ganz ohne Vorurteile! Die Zeit fing an wie im Flug zu vergehen. Ich erlebte so viele aufregende & neue Dinge. Ich begleitete Tomi zur Schule, die sich komplett von der Deutschen unterschied. Wir trafen uns mit Freunden, feierten Feste, fuhren in den Urlaub und hatten noch so viele Ideen, was wir noch machen wollten. Jedoch war die Zeit zu schnell rum. Ich wollte es gar nicht wahr haben, aber es war leider so, die vier Wochen waren vorbei. Der Abschied fiel uns allen besonders schwer. Es ist unglaublich, wie schnell man jemanden so sehr ins Herz schließen kann. Für mich stand fest, dass ich auf jeden Fall wieder kommen werde. Das Land & die Leute haben mich in ihren Bann gezogen. Ich war sehr traurig meine Gastfamilie schon verlassen zu müssen, doch es gab auch einen kleinen Lichtblick, nur sechs Monate später würde Tomi bei mir zu Hause sein, meine Familie & die deutsche Kultur kennenlernen.

Die sechs Monate Wartezeit auf Tomi kamen uns allen unendlich lange vor. Doch dann war es endlich so weit, wir konnten ihn vom Flughafen abholen. Auch hier stimmte die Chemie sofort. Es war, als würde ein Familienmitglied von einer Reise wieder kommen. Die nächsten Wochen verliefen wieder wie im Flug. Meine Eltern, die am Anfang etwas Angst davor hatten, sich nicht mit ihm verständigen zu können verloren schnell ihre Ängste, denn es war einfacher als gedacht. Wir zeigten Tomi all die typisch deutschen Sachen von Currywurst zum Fischbrötchen & ich besuchte mit ihm Berlin. Doch auch diese vier Wochen waren zu kurz, da wir neben der Schule nicht mehr so viel Zeit hatten. Trotzdem war es eine unvergessliche Zeit & ich würde jedem empfehlen, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Es entstehen neue tiefe Freundschaften & man wächst über sich selbst hinaus. Ich persönlich vermisse meine Gastfamilie jeden Tag & werde bald wieder den Schritt über den großen Teich wagen, um sie zu besuchen.

Von Kim-Lisa

Sarah Strenge (Abi 13) berichtet über ihre Erfahrungen in Rafaela und Zuhause als Gastgeberin:

Mein vierwöchiger Argentinienaufhalt begann mit einer herzlichen Begrüßung meiner Gastfamilie Meshler. Sie waren sehr gastfreundlich und sehr sympathisch, ich fühlte mich gleich gut aufgehoben. Zusammen mit meiner Gastschwester Carolina besuchte ich die technische Schule in Rafaela. Da ihr Profilfach Informatik war, habe ich nicht viel verstanden. Ihre Klasse und ihre Lehrer waren freundlich, hilfsbereit und an Deutschland sehr interessiert. Wir haben neben der Schule auch kleine Ausflüge unternommen, sei es am Wochenende ein Tagestrip nach Santa Fe, ein Besuch auf einer kleinen Farm oder eine Bootstour in Esperanza.

Die Traditionen und Bräuche waren für mich erst ungewohnt, wie zum Beispiel die Essenszeiten bzw. die Essgewohnheiten (viel Fleisch), die Art abends feiern zu gehen oder die Einstellung gegenüber der Schule. Auch der Verkehr und seine Regeln waren sehr abenteuerlich. Aber nach ein paar Tagen habe ich mich gut eingelebt und auch mein Spanisch wurde besser. Am Ende meines Aufenthaltes haben wir sogar einen Kurzurlaub in Córdoba gemacht.

Obwohl wir im Winter in Argentinien waren, hatten wir fast immer gutes Wetter und auch ein paar sonnige Tage. Ich würde diesen Austausch jedem weiterempfehlen, der Interesse an neuen Menschen, anderen Kulturen und interessanten Erfahrungen hat.

Meine Mutter: „Was waren wir nervös, als Carolinas Ankunft bevorstand. Wir fragten uns die ganze Zeit, ob wir uns unterhalten können und somit rausfinden, ob es ihr hier bei uns gut geht und sie sich wohlfühlt. Schließlich herrschte bei uns Winterwetter mit -12°C. In Argentinien ist zu dieser Zeit Hochsommer! Die erste Zeit sprachen wir Englisch miteinander und Schritt für Schritt könnten wir uns auf Deutsch unterhalten. In unserer fünfköpfigen Familie war immer etwas los und Carolina nahm an allem Teil. Wir haben Ausflüge zum Schlittschuhlaufen und an den Strand nach St. Peter Ording unternommen, haben in Hamburg Sehenswürdigkeiten besichtigt und haben zusammen argentinische Spezialitäten gekocht. Für uns alle war es eine sehr schöne Erfahrung, Besuch aus dem Ausland zu beherbergen. Trotz des täglichen Schulbesuchs und der Abivorbereitungen unserer Tochter Sarah, konnte Carolina das Leben in Deutschland ein bisschen kennenlernen. Auch der Winter hatte seine Vorteile: Schneemänner bauen und Zug fahren – beides in Rafaela unmöglich. Von Sarah und ihrer Mutter

Austausch 2011 (1. Jahr)

In einer globalisierten Welt, geprägt von Facebook, Skype & Co., sind Kontakte zwischen Menschen immer leichter geworden. So natürlich auch im Fall unseres Schüleraustausch-Programms in Kooperation mit einer Schule aus der Stadt Rafaela in Argentinien.

Als im Juli 2011 Jahres erstmals zwei unserer Schülerinnen aus dem 12. Jahrgang des Beruflichen Gymnasiums, Vivien Balzat und Sandra Gertsch, nach Argentinien flogen, hatten sie schon längst über Facebook mit ihren Partnerschülern aus Argentinien persönliche Informationen und Fotos ausgetauscht.
Dennoch waren die Neugier und die Spannung des Kennenlernens groß und von dem Moment an, in dem sie aus dem Flieger stiegen, begann der erste Kulturschock: die langen Strecken, die unbesiedelten Regionen Argentiniens, die immense „Pampa“….
Solche realen Erfahrungen und das Kennenlernen des unbekannten Landes machen das Schüleraustausch-Programm für die Teilnehmer/-innen so wertvoll.

Hier finden Sie die Erfahrungsberichte

Juli 2011:

Vivien Balzat (Abi 12) berichtet über ihre Erfahrung in Rafaela:
Das Interesse nach neuen Herausforderungen, anderen Kulturen und mein Spanisch zu verbessern, waren die Gründe für meine Reise nach Argentinien. Die lange Reise hat sich auf jeden Fall für mich gelohnt. Ich habe viele neue Menschen und Freunde kennengelernt und Dank des Internets ist es einfach, den Kontakt zu halten. Bei der Ankunft wurden wir sofort von allen ins Herz geschlossen. Obwohl wir Fremde waren, wurden wir nicht als solche behandelt. Ich habe viele Ausflüge mit meiner Gastfamilie unternommen. Wir sind ins Gebirge gefahren, wo wir wunderschöne Natur entdecken konnten. Von den vier Wochen hatte ich dort zwei Wochen Ferien und zwei Wochen Schule.

In den Ferien haben wir viel mit den Freunden unternommen und dadurch wurde das Spanisch besonders gefördert. Dort spricht kaum jemand Englisch und noch weniger Deutsch und die Menschen so viel über deine Person erfahren wollten, ging zu Anfang die Kommunikation über Hände und Füße. Außerdem haben wir gemeinsam mit Freunden einen Tango-Tanzkurs belegt, der sehr viel Spaß gebracht hat. Die Argentinier essen sehr gerne, sie haben einen anderen Rhythmus, aber auch wenn man etwas krüsch ist, braucht man keine Angst vorm Verhungern zu haben.

In der Schule war schon etwas schwieriger dem Unterricht zu folgen, trotzdem war einfach interessant einen anderen Lehrstil kennenzulernen. Alle haben sich aber sehr viel Mühe gegeben und waren sehr aufmerksam.

Als der Besuch hier war, war es nochmal eine ganz besondere Erfahrung. Man hat dann erst gemerkt, wie viel Mühe und Stress dahinter steckt. Auch hier haben wir viel unternommen und es war für die Argentinier sicherlich auch spannend, unseren Winter mit Schnee zu erleben, denn in Argentinien ist der Winter kaum vergleichbar mit unserem. Wir sind gemeinsam vier Wochen zur Schule gegangen. Es war interessant zu sehen, wie wissbegierig die Argentinier waren und immer Tagebuch geführt haben. Ihnen die Vielseitigkeit in Deutschland zu zeigen, war wirklich toll.

Ich würde jedem, der die Möglichkeit hat, diesen Austausch empfehlen. Es gibt so viel Neues zu erfahren und zu erleben. Man wächst einfach über sich hinaus.

Von Vivien

Sandra Gertsch (Abi 12) berichtet über ihre Erfahrung in Rafaela:
Der Schüleraustausch nach Argentinien hat mir sehr, sehr, sehr, sehr gut gefallen. Anfangs hatte ich ziemliche Angst, dass ich nichts verstehe und in den ersten Tagen war die Kommunikation auch recht problematisch, aber schon nach einiger Zeit hatte ich mich vollkommen eingelebt und meine Familie war super nett und ich habe mich wie zu Hause gefühlt. Auch die Freunde der Jungs haben uns gleich als Freunde aufgenommen und waren super nett. Wir haben sehr viel unternommen, ob es nun Ausflüge mit der Familie waren oder Geburtstage auf denen wir eingeladen waren, es war einfach alles ein einzigartiges Erlebnis. Ich habe die Zeit dort sehr genossen und am Ende war der Monat einfach viel zu schnell vergangen. Was aber bleibt, sind ganz viele tolle Erinnerungen und viele Fotos. Aber natürlich, wenn ich könnte, würde ich sofort noch einmal dahin fliegen.
Von Sandra

Januar 2012:

In den Wochen, in denen drei Argentinier aus Rafaela uns besuchten, haben wir erneut festgestellt, wie wichtig es ist, in der Muttersprache des Landes zu sprechen. So sind schon in den ersten zwei Wochen ihres Besuches mehrere Kontakte im Unterricht und außerhalb dessen mit verschiedenen Schülern entstanden. Das freut uns sehr und motiviert uns, dieses Schüleraustausch-Programm fortzusetzen und auszubauen.

So hat einer von den drei Schülern aus Argentinien seinen Aufenthalt in Deutschland erlebt:

Kommentar des Argentiniers Juan Ignacio Russo aus Rafaela:
Ich habe nur dankbare Worte für alle. Dieser Monat war der beste von meinen Leben, und ich werde niemals diese Reise vergessen. Alle Menschen waren sehr nett und freundlich mit mir! Deutschland ist ein wunderbares Land, mit wunderbaren Landschaften und die schönsten, sehr netten und freundlichen Leute. In meinem Land jeder denkt, dass die Deutschen streng und kalt sind, aber das ist nicht richtig. Wenn ich wieder in meinem Land bin, werde ich erzähle, dass hier eine andere Kultur ist, und ich mag sie. Ich hoffe, dass diese Freundschaft, die durch den Austausch entstanden ist, weiter aufrechterhalten wird.

Also, vielen, vielen Dank für alles. Sie werden in meinem Herz für immer bleiben...

Von Juan

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