Convento de Santa Clara
Am zweiten tag unseres Spanienaustausches (Freitag, 24.10.08) hatten wir unter anderem den Besuch des Klosters „Convento de Santa Clara“ auf dem Tagesplan.
Das Kloster „Santa Clara“ wurde im Jahre 1238 gegründet. Mitte des 13.Jahrhunderts baute man, die heute noch existierenden Kirchen- und Konventsgebäude. Diese sind die ältesten noch erhaltenen gotischen Bauwerke Salamancas.
Um die Mittagszeit erreichten wir schließlich das Kloster. Ich persönlich habe mich sehr auf dieses Ausflugsziel gefreut, da ich bisher noch nie die Chance gehabt habe, ein Kloster zu besichtigen und zudem auch noch mit Nonnen ins Gespräch zu kommen.
Als wir eintraten und wir in einen Raum geschickt wurden, war ich jedoch etwas überrascht, was mich dort erwartete. In dem besagten Raum angekommen sahen wir durch Art Gitterstäbe einige Nonnen uns gegenüber sitzen. Ich war verwundert, dass das Zusammentreffen so stattfand, denn ich hatte nicht erwartet, dass uns Gitterstäbe trennen werden. Selbst Verwandte der Nonne haben nur so die Möglichkeit ihre Angehörigen zu sehen, so sagte uns eine der Nonnen. Zwar gab es ein kleines Fenster, das dazu diente, sich umarmen zu können. Jedoch war dieses wirklich sehr klein.
Soweit ich mich richtig zurückerinnere, lebten derzeit nur 13 Nonnen in dem riesigen Kloster. Die Älteste ist schon über 90 Jahre, die Jüngste 25 Jahre. Eine unter ihnen erzählte uns, dass sie sich mit 13 Jahren dazu entschloss, für Gott zu leben. Für mich, und ich denke für fast alle von uns, ist dies zu tun unvorstellbar.
Eine andere Sache, die zwar allgemein bekannt, aber für mich trotzdem unvorstellbar, ist, dass die Nonnen, die hier in Klausur leben, das Kloster nie verlassen. Einer einzigen Nonne ist das Verlassen des Klosters, für Einkäufe oder ähnlicher Dinge, gestattet.
Während des ganzen Gespräches mit den Nonnen erinnerte ich mich an Film „Sister Act“ zurück. Denn auch die „Santa Clara Nonnen“ haben mindestens genauso viel Humor, wie die im Film.
Höhepunkt des Besuches war das Ständchen, das alle versammelten Nonnen uns sangen. Die beiden Jüngsten sangen ein weiteres Lied auf Englisch, das mir bis heute in Erinnerung geblieben ist: „Who am I, who am I, who am I, oh Lord?“
Mir hat dieser Ausflug mit am besten gefallen. Ich erinnere mich gerne an ihn zurück.

