Duero - Natur und Technik



Nach dem Besuch der Käserei machen wir eine kleine Pause in einer Bäckerei. Letzte Gelegenheit, die Getränkevorräte aufzustocken und auf Toilette zu gehen. Dann geht es auf zum Duero, dem Grenzfluß zwischen Spanien und Portugal.

Schon auf dem Weg dahin wird klar, wer naturbelassene, einsame Gegenden liebt kommt hier auf seine Kosten. Die Straße wird immer einsamer, enger und kurviger. Aus dem Fenster kann man malerische Landschaften sehen. Olivenwälder in der Nähe, Berge, erst noch etwas entfernt, aber immer näher kommend, und plötzlich, fast direkt unter einem, atemberaubende Täler. In einer Kurve rätseln wir schon, ob es Sinn machen würde, wenn sich alle Schüler auf die linke Seite des Busses begeben würden, denn die Straße ist so schmal und die Kurve so eng, daß der Fahrer sich langsamer als ein Fußgänger und sehr konzentriert fährt. Der Abgrund auf der Linken hingegen so steil und tief, daß wahrscheinlich keiner von uns daran glauben würde, einen Absturz zu überleben. Aber wir vertrauen ihm auch so und sind wenige Minuten später auf einem Parkplatz.

Das letzte Stück zum Duero müssen wir dann noch zu Fuß gehen. Schon vorher war das Gefälle so stark, daß ein Versagen der Bremsen fatal gewesen wäre. Jetzt ist es noch ein Stück stärker. Meinen ursprünglichen Wunsch die Strecke mit dem Fahrrad fahren zu können begrabe ich auch allmählich, denn die Haarnadelkurven sind stark versandet.

Am Fluß angekommen wartet ein Boot, etwas größer, als ein Alsterdampfer, mit Glasdach auf uns. Der kleine Sandstrand wirkt in anbetrach der steilen Felswände etwas unnatürlich, aber dennoch sehr schön. In dem Schuppen, in dem die Lehrer uns für die Bootfahrt anmelden liegen auch einige Kanus. Besonders die Kajaks wecken mein Interesse, doch ist Herr Wehmeier, der Verantwortung wegen, nicht gerade begeistert von der Vorstellung ein Schüler könnte sich damit von dannen machen. Also begeben sich alle auf den Ausflugsdampfer, der sich dann auf den Weg Richtung Staudamm begibt.

Links und rechts vom Fluß türmen sich Berge auf. Eine Frau erklärt, natürlich auf Spanisch, wo wir uns befinden und was wir sehen. Auch wenn es illusorisch wäre anzunehmen daß wir alles verstünden, kann man anhand einzelner bekannter Worte viel rekonstruieren. Auch der Flyer in der Hand erleichtert es deutlich, sind hier doch Tiere und Pflanzen mit Photo und Namen abgebildet. Mit dieser Hilfe war es dann auch möglich Dinge zu erkennen, die man mit bloßem Hingucken nicht gesehen hätte. Immer wieder stürzen sich von der Seite Portugals kleine Rinnsäle in den Fluß und als Beweis, daß die Gegend trotzt der steilen Hänge noch bewirtschaftet wird, sehen wir ein älteres Ehepaar, das uns vom Ufer aus zuwinkt. Daneben stehen einige Orangenbäume und der Hang darüber ist wie so oft mit Oliven bepflanzt. Wie allerdings das Auto geschafft hat den Weg bis ans Ufer zu finden scheint ein Rätsel, läßt sich doch kein Richtiger Weg ausmachen, den es genommen haben könnte.
Ein Stück weiter bekommen wir die ersten Geier zu Gesicht. Einige sitzen in den Felsen und sind nur schwer zu sehen, doch ein paar Flußminuten später kreisen sie immer wieder über unserem Boot. Die Ansage gibt durch, daß sich der Duero an dieser Stelle schon mehrere hundert Meter in den Fels gefressen hat. Gut daß ich zumindest die Zahl verstehen kann, den Rest entnehme ich aus Gestik und Zusammenhang. Leider haben die Akkus meiner Digi-Cam schon auf halber Strecke versagt. Wir kommen dem Staudamm immer näher, doch nun dreht das Boot um. Auf der Rückfahrt gibt es kaum noch Bemerkungen von der Reiseführung und es ist, im Gegensatz zur Hinfahrt, auch erlaubt sich zu den unüberdachten Plätzen an Geck des Bootes zu verziehen um Luft und Landschaft in Ruhe zu genießen.

Zurück am Anleger machen wir erst mal Mittagspause am Strand. Die meisten machen es sich auf einer kleinen Steinmauer bequem, doch einige Jungs lassen Steine über das Wasser fliegen.
Anschließend geht es wieder Richtung Bus, da wir den Duero noch aus anderen Perspektiven sehen wollen.

Wieder kurvt der Bus durch entlegene Gebiete mit grandiosen Aussichten und hält diesmal weit oberhalb des Flusses. Eigentlich wollten wir bis zu dem Staudamm fahren, doch aus Sicherheitsgründen ist dies leider nicht möglich.
Von der Aussichtsplattform aus, hat man den Eindruck, der Duero fließe direkt unter uns, doch mehrere Versuche einen Stein ins Wasser zu werfen mißlingen. Erst sieht es so aus, als würde der Stein auf der anderen Seite des Ufers aufkommen, doch fällt der Stein tiefer, hat man den Eindruck er flöge im Bogen wieder zurück und landet letzten Endes doch wieder auf unser Seite des Ufers.
(Das Bild der Abb.1 gibt unsere Sicht ungefähr wieder.)

Nach diesem Eindrucksvollen Erlebnis fahren wir weiter, um uns einen anderen, für Spaniens Stromversorgung nicht ganz so relevanten, da nicht gesperrten, Staudamm anzugucken.
Auf der einen Seite ist ein riesiger Abgrund, doch Wasser sucht man fast vergebens. Nur ein kleines Rinnsal läßt sich nach einigem Suchen erkennen. Auf der anderen Seite ist ein riesiger Stausee. Beim hineingucken lassen sich zahlreiche Fische ausmachen. Leider gab es auch einige Personen, die an den Mauern des Stausees andere Bedürfnisse hatten, als nur die Landschaft, bzw. Technik zu begutachten.
Da auch einige der Mitschüler eine Toilette herbeiwünschen, sich aber freundlicher Weise gegen die Mauern entscheiden, fahren wir weiter, diesmal Richtung „Heimat“, also Salamanca.
Auf dem Weg machen wir eine kurze Pause, die zum Besuch beim Bäcker genutzt werden kann, und erreichen bei Dunkelheit Salamanca. – Ein schöner Tag geht zu Ende.

 

Anhang:

Abb. 1 Quelle: http://www.partner-hotels.com/img/ guia_viajes/salamanca/arribes_del_duero.jpg

 

Abb. 2 Quelle: http://www.gui.uva.es/~angelg/twz/gifs/zamora5.gif

 

Abb. 3 Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/67/Perfil_del_Duero.gif

 

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