Anna Harder:
Schüleraustausch - Spanien
Als mein Spanischlehrer meiner Klasse am Anfang der Stunde erzählte, dass wir die Chance hätten an einem Schüleraustausch nach Spanien teilzunehmen, wusste ich, dass ich unbedingt daran teilnehmen musste. Da es viele Interessenten gab, aber nur eine bestimmte Anzahl an Schülern und Schülerinnen am Austausch teilnehmen konnten, wurde ein Auswahlverfahren gestartet. Traurig musste ich hören, dass ich nicht unter den Auserwählten war und nicht am Schüleraustausch teilnehmen durfte.
Trotz dieser Tatsache lies ich es mir nicht nehmen, an einigen der Aktivitäten, die die Deutschen mit ihren Austauschschülern hier in Deutschland machten, teil zu nehmen. Es hat sehr viel Spaß gemacht sie kennen zu lernen und die eigenen Spanischkenntnisse auszuprobieren. Dadurch, dass ich so viel Spaß mit der Gruppe hatte und mich auch gut mit einigen der Spanier verstand, war der Gedanke, dass ich nicht mit nach Spanien fliegen durfte und ein Wiedersehen mit ihnen feiern konnte, sehr schmerzhaft.
Um so mehr freute ich mich aber, als ich zwei Wochen vor der Reise erfuhr, dass eine von den deutschen Austauschschülern aus irgendwelchen Gründen nicht an dem Austausch teilnehmen konnte und ich für sie einspringen durfte. Die Umbuchung und die Absprache mit der betroffenen Spanierin wurden geplant und nun stand einem Schüleraustausch an dem ich teilnehmen konnte nichts mehr im Wege.
Am Tag der Abreise waren wir alle sehr aufgeregt. Wir flogen mit dem Flugzeug von Hamburg nach Palma de Mallorca und von dort nach Madrid. Von Madrid aus ging es mit dem Bus nach Salamanca. In Salamanca angekommen warteten schon die Spanier und Spanierinnen auf uns und jeder fuhr zu sich nach Hause.
Dadurch, dass meine Spanierin und ich uns noch nicht kannten, war alles sehr neu für uns. Wir haben uns eigentlich ganz gut verstanden, doch sie fühlte sich einwenig zu überfordert mit dieser Situation und hatte für mich keine Zeit. Ich war den ganzen Nachmittag, denn Vormittags waren wir immer in der Schule, auf mich allein gestellt und wusste nicht was ich machen sollte. Ich habe darauf hin mit meiner Spanierin darüber gesprochen, dass ich mich nicht wohl fühlte, aber geändert hat sich dadurch nichts. Jeden Morgen mussten wir zur Schule gehen und dort haben wir innerhalb der Gruppe besprochen wie es uns geht und ob uns etwas bedrückt. Ich habe dann mein Problem angesprochen und wir suchten gemeinsam nach einer Lösung. Ich wurde bei der Tochter und den Großeltern des Spanischenaustauschlehrers untergebracht. Von dem Tag an wurde der Austausch immer besser für mich. Ich konnte den Aufenthalt richtig genießen und mit meiner Spanierin habe ich mich auch super verstanden. Dadurch, dass sie etwas Deutsch reden konnte, redeten wir Spanisch und Deutsch miteinander. Sie konnte mich verbessern, wenn ich Fehler im Spanischen machte und ich sie, wenn sie Fehler im Deutschen machte.
Wir machten am Vormittag mit unserer Gruppe viele Ausflüge und lernten die Sehenswürdigkeiten, wie z.B. den Plaza Mayor, der Stadt Salamanca kennen. Auch wenn es fast die ganze Zeit geregnet hatte, nahmen wir die wunderbare Schönheit der Stadt Salamanca war. Wir besuchten aber nicht nur die Stadt Salamanca, wir fuhren an einem Tag nach Madrid. Auch lernten wir in einer Käserei, wie man Käse macht und durften wenn wir wollten mithelfen. Natürlich war dies nicht alles, denn wir haben noch viel mehr gemacht.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich sehr viel von Spanien und seinen Menschen kennen gelernt habe und das es sich sehr gelohnt hat an diesem Austausch teil genommen zu haben. Ich würde es jedem weiter empfehlen an einem Schüleraustausch teil zunehmen. Derjenige muss sich aber im klaren sein, dass auch unangenehme Dinge auf ihn zu kommen könnten. Schon alleine das Spanische Essen forderte oft für viele von uns eine große Überwindung.

